Zahlen und Fakten

  Durchschnittliche Lohndifferenz Erklärter Anteil Unerklärter Anteil Unerklärte Lohndifferenz basierend auf dem Mittelwert
Gesamt-wirtschaft               18.1%                  (1'412 Fr. pro       Monat) 58% 42% 7.4%
Privater Sektor               19.5%                  (1'495 Fr. pro      Monat)  61% 39% 7.5%
(585 Fr. pro Monat) 
Öffentlicher Sektor              16.6%                   (1'457 Fr. pro      Monat) 58% 42% 6.9%
(608 Fr. pro Monat) 
(Quelle: Lohnstrukturerhebung LSE 2014, Bundesamt für Statistik BFS)

Auf der Lohnabrechnung der Frauen sind im Durchschnitt jeden Monat 1412 Franken weniger als bei den Männern. Davon können 58% durch objektive Faktoren wie berufliche Stellung, Dienstjahre oder Ausbildungsniveau erklärt werden. 42% der Lohndifferenz können nicht mit objektiven Faktoren erklärt werden und enthalten eine potentielle Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts.

Der erklärte Lohnunterschied ist auf sog. Ausstattungseffekte bzw. auf strukturelle Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Berufsbiografien zurückzuführen: Frauen erhalten weniger Lohn als Männer, unter anderem weil sie in anforderungsreicheren Positionen und in Kaderstellen schwächer vertreten sind, weil sie durchschnittlich noch über ein etwas tieferes Bildungsniveau verfügen und weil sie in Tieflohnbranchen stärker vertreten sind als Männer.

Der unerklärte Lohnunterschied kann nicht auf Ausstattungseffekte zurückgeführt werden und enthält eine potentielle Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Gemäss einer Schätzung des Bundesamtes für Statistik BFS führte diese potentielle Diskriminierung 2010 dazu, dass Frauen insgesamt 7,7 Milliarden Franken an Lohn einbüssten.

Privater Sektor und öffentlicher Sektor

Im gesamten privaten Sektor beträgt der Lohnunterschied durchschnittlich 19,5 % (1'495 Franken). Davon können 39% nicht durch objektive Faktoren erklärt werden. Dies entspricht monatlich 585 Franken (7,5%).

Im gesamten öffentlichen Sektor (Bund, Kantone, Gemeinden) liegt der Lohnunterschied durchschnittlich bei 16,6 Prozent (1'457 Franken). Davon können 42% nicht durch objektive Faktoren erklärte werden, was einer Lohneinbusse für die Frauen von monatlich 608 Franken (6,9%) entspricht.

Werden einzelne Branchen betrachtet, zeigen sich grosse Lohnunterschiede. Auch zwischen den Regionen bestehen Unterschiede.

Lohnunterschiede bereits beim Berufseinstieg

Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern zeigen sich schon zu Beginn der beruflichen Laufbahn: Nicht nur liegen die Einstiegslöhne in männertypischen Berufen rund 200 Franken pro Monat höher als in frauentypischen Berufen, auch beträgt der unerklärte Lohnunterschied bei gleichen Voraussetzungen (Abschlussnote, Tätigkeitsbereich, soziodemographische Faktoren etc.) bereits beim Einstieg rund 7% oder 280 Franken pro Monat.

Auch Kaderfrauen sind betroffen

Auch gutverdienende Frauen sind von Lohnungleichheit und Lohndiskriminierung betroffen. Prinzipiell gilt: Je höher die berufliche Stellung und das Anforderungsniveau, desto höher der Lohn, desto niedriger der Frauenanteil und umso grösser die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau. Mögliche Gründe dafür sind einerseits das Phänomen der gläsernen Decken, wonach Frauen in der Hierarchie an einen Punkt stossen, an dem es nicht oder nur sehr schwierig weitergeht. Andererseits das Phänomen der klebrigen Böden, wonach Frauen nach dem Einstig ins Berufsleben längere Wartezeiten auf Beförderungen und Lohnerhöhungen in Kauf nehmen müssen und erst später in den Genuss von Weiterbildungsangeboten kommen, die Aussicht auf beruflichen Aufstieg und Lohnerhöhung eröffnen.

Müttermalus und Väterbonus

Verheiratete Frauen erhalten im Schnitt 24% weniger Lohn als verheiratete Männer. Oft sind sie nach der Geburt eines Kindes nicht mehr oder nur in einem reduzierten Pensum erwerbstätig. Verschiedene Studien zeigen, dass Frauen Lohneinbussen erleiden, sobald sie Mutter werden (Müttermalus). Demgegenüber führt für die meisten Männer eine Vaterschaft zu einem Lohnanstieg (Väterbonus).

Langsamer Rückgang der Lohnunterschiede

In der Tendenz gehen die durchschnittlichen Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen zurück. Der unerklärte Anteil hingegen stagniert seit einigen Jahren bei rund 40% der gesamten Lohndifferenz.

Hintergrund: Grafiken zur Gleichstellung

Weiterführende Informationen

https://www.ebg.admin.ch/content/ebg/de/home/themen/arbeit/lohngleichheit/grundlagen/zahlen-und-fakten.html