Instrumente und Methoden

Arbeitgebende sind für die Gewährleistung der Lohngleichheit verantwortlich. Lohndiskriminierung zu beseitigen heisst zuallererst, Lohndiskriminierung überhaupt zu erkennen. Wie kann Lohndiskriminierung im eigenen Betrieb identifiziert und erfolgreich verhindert werden?  

Arbeitswissenschaftliche Arbeitsbewertung

Mit der arbeitswissenschaftlichen Arbeitsbewertung werden Anforderungen und Belastungen einer Funktion bestimmt. Der daraus resultierende Arbeitswert jeder Funktion bildet die Grundlage für die Bestimmung des Funktionslohnes. So unterscheidet sich beispielsweise der typische Frauenberuf der diplomierten Pflegefachfrau zwar auf den ersten Blick stark vom so genannten Männerberuf des Polizisten. Untersucht man jedoch die jeweiligen Anforderungen und Belastungen, dann haben die beiden Berufe einen vergleichbaren Arbeitswert. Deshalb müssen sie im Lohnsystem auch gleich eingestuft und entlöhnt werden.

Eine Gefahr bei der Anwendung der Arbeitsbewertung besteht darin, dass das verwendete Verfahren nicht geschlechtsneutral ist oder nicht geschlechtsneutral angewendet wird.

Im Rahmen von Lohnklagen ist eine arbeitswissenschaftliche Arbeitsbewertung für Gerichte beim Vergleich zweier Tätigkeiten oder Funktionen oft ein wichtiges Mittel, um festzustellen, ob es sich um gleichwertige Arbeit handelt und ob die Lohngleichheit eingehalten wird. Das Schweizerische Bundesgericht hat die analytische Arbeitsbewertung bei Verfahren wegen Lohndiskriminierung zugelassen.

Statistische Lohnanalysen (Regressionsanalysen)

Statistische Lohnanalysen (Regressionsanalysen) basieren auf der ökonomischen Humankapitaltheorie. Diese geht davon aus, dass die persönliche Ausstattung an Wissen und Erfahrung den Lohn massgeblich beeinflusst. Anhand von statistischen Verfahren (multiple Regressionsanalyse) wird ermittelt, wie genau mehrere lohnrelevante Faktoren zugleich mit dem Lohn zusammenhängen bzw. dessen Höhe beeinflussen. Auf diese Weise kann ermittelt werden, ob unter ansonsten gleichen Bedingungen in Bezug auf die lohnrelevanten Faktoren ein Zusammenhang zwischen Lohn und Geschlecht besteht. Lohnrelevante Faktoren sind beispielsweise:

• Objektive Qualifikationsmerkmale, die auch Humankapitalfaktoren genannt werden. Dazu gehören Ausbildung, Berufserfahrung oder Dienstalter.
• Arbeitsplatz- und funktionsbezogene Faktoren. Darunter fallen berufliche Stellung und Anforderungs- oder Kompetenzniveau des Arbeitsplatzes.

Das Schweizerische Bundesgericht hat die Regressionsanalyse bei Verfahren wegen Lohndiskriminierung zugelassen. Gründend auf der Regressionsanalyse hat der Bund ein Selbsttest-Instrument entwickelt. Es heisst Logib und wird auf der Internetseite des EBG kostenlos zur Verfügung gestellt.

Weiterführende Informationen

https://www.ebg.admin.ch/content/ebg/de/home/themen/arbeit/lohngleichheit/lohngleichheit-ueberpruefen/instrumente-und-methoden.html