Bundesrat Alain Berset am Treffen der EU-Gleichstellungsministerinnen und -minister

Bern, 20.11.2020 - Heute Vormittag, 20. November 2020, haben sich die EU-Gleichstellungsministerinnen und -minister zu einer Videokonferenz getroffen. Auf Einladung von Deutschland, das dieses Jahr den Vorsitz im Rat der EU innehat, nahm auch Bundesrat Alain Berset daran teil. Thema des Austauschs war die Bekämpfung von häuslicher Gewalt und Gewalt gegen Frauen während der Corona-Pandemie.

Die Corona-Pandemie verstärkt die Risikofaktoren, die zu häuslicher Gewalt führen. Dazu gehören etwa die eingeschränkte Bewegungsfreiheit und finanzielle Sorgen. Entsprechend wichtig sind gut funktionierende Systeme zur Unterstützung von gewaltbetroffenen Personen. Bundesrat Berset informierte die Teilnehmenden der Videokonferenz über die Schweizer Massnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie.

In der Schweiz haben Bund und Kantone im März die Task Force gegen häusliche Gewalt geschaffen. Diese sorgt für den regelmässigen Austausch zwischen den Fachleuten in den Beratungsstellen, der Polizei sowie Bund und Kantonen. Sie überprüft den Stand der Polizeimeldungen wegen häuslicher Gewalt und der verfügbaren Schutzplätze und unterstützt die Kantone bei der Sicherstellung der Opferhilfe. «Häusliche Gewalt muss konsequent bekämpft und wer Gewalt ausübt, muss in die Verantwortung genommen werden, auch und gerade in Krisenzeiten», sagte Bundesrat Berset.

Ebenfalls Gegenstand der Konferenz war die Initiative einer europaweit einheitlichen Telefonnummer für nationale Hilfetelefone bei Gewalt gegen Frauen. In der Schweiz finden Opfer von häuslicher Gewalt unter der nationalen Webseite www.opferhilfe-schweiz.ch die Kontakte der Opferhilfe in ihrem Kanton. Eine Social-Media-Kampagne zur Bekanntmachung dieser Webseite erreichte im Frühsommer über 1,3 Millionen Personen.

Bundesrat verstärkt Prävention von häuslicher Gewalt
Im Jahr 2019 wurden in der Schweiz fast 20'000 Straftaten im häuslichen Bereich registriert, was etwa 50 Delikten pro Tag entspricht. Fast zwei Drittel aller vollendeten Tötungsdelikte fanden im häuslichen Bereich statt. 15 Personen wurden durch ihren Partner getötet; 14 der 15 Opfer waren Frauen. Der Bundesrat sieht vor, ab 2021 Finanzhilfen in der Höhe von 3 Millionen für die Prävention von häuslicher Gewalt bereitzustellen. Das Parlament wird in der Wintersession über den Kreditrahmen entscheiden.  


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